Polo die Spielregeln

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Die Spielregeln   


Gespielt wird Polo in Mannschaften mit je vier Spielern auf einem Feld von maximal 274 m Länge und 182 m Breite. Dabei gilt es, den Ball mit gezielten Schlägen zwischen die gegnerischen Torpfosten, welche 7,5 m auseinanderliegen, zu platzieren. Gewonnen hat das Team, das am Ende des Spiels am meisten Tore erzielt hat. In das Kapitel "Kuriositäten" gehört die Regel, nach der nach jedem erzielten Tor die Spielrichtung gewechselt wird, damit das Terrain - besonders in der Nähe der Tore - bei einseitig verlaufenden Matchs geschont wird. Jedes Polospiel wird in einzelne Spielabschnitte von 7,5 Minuten aufgeteilt, den sogenannten "Chukka". In Europa wird normalerweise über 4 oder 5 Chukka gespielt, während Spiele in Argentinien oft über sechs, acht oder gar zehn Chukka gespielt werden.

Um die Spielstärken der einzelnen Teams Aufschluss zu erhalten, wird jeder Spieler aufgrund seiner Spielstärke der vorangegangenen Saison von einer nationalen Kommission beurteilt. Kriterien hierfür sind: Positionsspiel, Schlagstärke, Teamgeist und reiterliches Können. Die Handicap-Skala reicht von -2 bis +10 (je höher die Zahl, desto besser ist der Spieler). Zusammengezählt ergeben die Handicaps die Mannschaftsstärke. Beim Anpfiff eines Polomatches erhält die Mannschaft mit dem niedrigeren Handicap einen der Handicap-Differenz entsprechenden Vorsprung in Toren. Bei Open-Turnieren wird diese Regel nicht angewendet.


Das Polopferd: das Pony, das kein Pony ist
Ein Polopony muss über sehr viele Eigenschaften verfügen, die ein "normales" Pferd nicht hat: es muss schnell beschleunigen und abbremsen können. Es muss auch fähig sein, das Spiel zu "lesen" und auch vor seitlichem Körperkontakt nicht zurückscheuen. Diese Fähigkeiten lernen Polopferde einerseits von frühestem Fohlenalter; auf der anderen Seite sind aber auch durch Zucht und Kreuzungen gewisse dieser körperlichen Eigenschaften zum Tragen gekommen.

Das Polopferd verkörpert denn auch mehr einen Typ als eine eigentliche Rasse. Es existiert, seit Polo gespielt wird und hat sich von einem 125 bis 135 cm grossen Pony im 16. Jahrhundert zu einem 155 bis 160 cm grossen Pferd um 1939 entwickelt. Seine langsame Veredelung zog sich vom Mountain-Pony des Himalaja, den Manipuris von Assam, über engliche Vollblüter oder 7/8-Blüter in England, den USA und Argentinien dahin. Auch Araber wurden zum Polospiel herangezogen und eingezüchtet.

1869 fand das erste Polospiel auf englischem Rasen, nämlich in Hounslow, statt, ausgeschrieben als "Hockey auf Pferderücken". Die Widerristhöhe betrug zu dieser Zeit ca. 140 cm, was auch vom Hurlingham Polo Club in London standardisiert wurde. Dieser Club war zum führenden Polo Club avanciert. Doch mit der Weiterentwicklung des Spiels wurden die Pferde grösser und grösser gezogen, so dass Sie bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine Widerristhöhe von 148 cm erreichten. Ab 1919 gab es keine Vorschriften mehr über die Maximalhöhe eines Polopferdes.

In den neunziger Jahren wurde der Zucht eines Polopferdes immer mehr Interesse gewidmet, da verschiedene enthusiastische Spieler in England anfingen, mit kleinen Vollbluthengsten ausgesuchte Stuten mit gutem Fundament und erwiesener Leistungsbereitschaft zu decken. Ihr Ziel war, ein Tier zu züchten, welches zwar auf Ponyblut aufgebaut die Qualität und Widerstandskraft eines Miniaturhunters besass, jedoch ein echtes Pony blieb und kein kleines Pferd war. Sir Humphrey de Traffords Vollblutpony Rosewater ist der Stammvater des modernen Polopferdes. Seine berühmten Söhne Sandiway von Duddington, Lord Polo aus der Stute Lady Florence und Hurlingham von Esmeralda dienten in vielen Gestüten und verbreiteten das Rosewater-Blut über die ganze Polowelt.

Poloponeys erreichen im übrigen ein weit höheres Durchschnittsalter als andere Pferde.


Polo - Ein Spiel für Techniker und Taktiker

Polo ist ein Spiel, das ausgeprägten Teamgeist, Präzision und Uebersicht erfordert. Wer nicht rechtzeitig spürt, wie sich das Spiel entwickeln könnte, was Pferde beispielsweise oft schneller als Poloanfänger tun, wer besser plazierte Mitspieler nicht sieht oder ignoriert, kann nie auch nur ein durchschnittlicher Polospieler werden. Das Positionsspiel, die Organisation innerhalb der Positionen der vier Spieler eines Teams ist denn auch der Schlüssel zum Erfolg.

Die Nummer 3 ist der Dreh- und Angelpunkt eines Teams: sie organisiert den Angriff der vor ihr stürmenden Nummern 2 und 1 und unterstützt die immer hinter ihr verteidigende Nummer 4 bei den Defensivaufgaben.

Wer ein Polospiel aufmerksam verfolgt, sieht schnell, dass Bälle nur dann geschlagen werden sollten, wenn man sie auf sicher hat, ansonsten man sie besser dem nachfolgenden Mitspieler überlassen sollte. Den interessierten Betrachtern entgeht nicht, dass mit einem Abdrängen, einem Blockieren oder, durch Decken des Raumes, einer Ausserkraftsetzung des Gegners fr das eigene Team mehr gewonnen werden kann als mit einem optisch zwar spektakulären Sturmlauf, der aber den Spieler letztlich positionsmässig ins Nichts führt.

Im Polo wird deshalb immer "in Linie", hinten die 4, dann die 3, die 2 und als Sturmspitze die 1, angegriffen und, umgekehrt auf der gegnerischen Linie, verteidigt. Ein gutes Spiel zeigt sich, wenn sich die jeweiligen Paare (Nummer 1 hier, Nummer 4 dort) aufmerksam und eng decken. Deshalb ist Polo nicht nur ein Spiel für Taktiker, sondern ebenso ein wahrer Kampfsport. Zum Kampf und zur Taktik gesellt sich letztlich auch die Technik und die Fähigkeit, das galoppierende Pferdes akrobatisch und präzise zu führen, die Spielentwicklung zu behalten und mit einem im Durchschnitt 51 Zoll langen Bambusstock, bzw. der quer am Ende des Sticks (Mallet) befestigten "Zigarre", den ca. 130 Gramm schweren Ball mit einem Durchmesser von 7,5 cm zu treffen und ins Tor zu befördern.

Grundsätzlich und nüchtern betrachtet, kennt man zwei Schlagseiten: nämlich die Offside (rechts vom Pferd) und die Nearside (links). Der Schläger wird auch von Linkshändern immer rechts geführt, um die wichtigste Polospielregel durchsetzen zu können; diese besagt, dass der Reiter, der optimal die Linie des Balles verfolgt, das Wegrecht besitzt und weder gekreuzt noch von vorne gestört werden darf, was unweigerlich zu einem Strafstoss aus einer Distanz von 30, 40 oder 60 Yards, oder aber gar direkt zu einem Straftor führen würde.

Auf beiden Seiten des Pferdes gibt es vier Schläge: Forehand-, Backhand-, Neck- und Tailshots. Es ist wohl leicht, sich vorzustellen, das der Offside- (rechts) Forehand- (vorwärts) Schlag wesentlich einfacher zu beherrschen ist als beispielsweise der Nearside- (links) Tail- (hinten) Shot.

Wie kann man einen Gegner vom Ball trennen? Durch seitliches Abreiten, Abdrängen oder durch das sogenannte Hooking, das Blockieren des gegnerischen Schlagstockes. Grösster Wert wird dabei auf sportliches Fairplay und auf den Schutz der schnellen, wendigen Pferde gelegt. Die beiden berittenen Schiedsrichter pfeifen das Spiel deshalb sehr strikte ab, wenn das Risiko einer Verletzung des Pferdes zu gross ist. Dem Wohlergehen der Pferde wird grösste Bedeutung beigemessen, da die Polopferde das grösste Kapital eines Teams bzw. eines Spielers darstellen: so werden denn auch nach jedem Chukka die Pferde ausgewechselt und ein Pferd darf nicht mehr als 2 Chukka pro Tag eingesetzt werden.
Quelle: (Textverfasser: Martin Göppert, Sekretär des Polo Club Gstaad)

 

 


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